(05442) 8038340  

Motorrad fahren
Motorradfahrer im Fadenkreuz
17. Oktober 2020
Versicherungsschutz gegen die DSGVO?
Versicherungsschutz gegen die DSGVO?
19. Oktober 2020
Feuerwehrmann

Feuerwehrmann

BRANDSCHUTZ - Eine wichtige Maßnahme in Ihrem Betrieb

WARUM IST BRANDSCHUTZ SO WICHTIG?

Eigentlich bedarf es hier keiner großen Begründung. Die Entstehung und Ausbreitung eines Brandes zu verhindern oder gegebenenfalls sogar in Lebensgefahr schwebende Menschen und Tiere zu retten, ist für uns alle selbstverständlich. Aus diesem Grund haben wir in Deutschland Anordnungen an den Brandschutz mittels einer Vielzahl von Rechtsvorschriften; und das nicht ohne Grund, denn Feuer, Explosion und Produktmängel verursachen, verglichen mit anderen Ursachen, den höchsten Gesamtwert aller Schäden. Klar, denn wenn es hart auf hart kommt, dann kann schon mal eine ganze Firma den Flammen zum Opfer fallen. Daher sollte vor allem im Betrieb auf einen entsprechenden Brandschutz Wert gelegt werden.  

BRANDSCHUTZORDNUNG

Der Arbeitgeber muss seine Mitarbeiter vor arbeitsbedingten Gefahren schützen. Dazu gehört, dass er Verhaltensregeln zur Vermeidung von Bränden und zum Verhalten im Brandfall aufstellen muss. Eine Sammlung dieser Regeln wird als „Brandschutzordnung“ bezeichnet. Diese wird nach den individuellen Gegebenheiten des Betriebs erstellt und angepasst. Wichtig ist vor allem, dass sie stets aktuell gehalten werden muss. 

DIN 14096

Wie Sie diese Brandschutzordnung gestalten, ist Ihnen überlassen, denn die Form ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Eine übliche Form, die sich bewährt hat, ist jedoch in der DIN 14096 erfasst.

Die Brandschutzordnung wird nach DIN 14096 in drei Teile gegliedert. Teil A (Aushang), Teil B (für Personen ohne besondere  Brandschutzaufgaben) und Teil C (für Personen mit besonderen Brandschutzaufgaben). Ratsam ist es, sich hier mit der zuständigen Brandschutzbehörde abzustimmen, ob Teil A ausreichend ist oder auch Teil B und C  notwendig sind.

Teil A – Verhalten im Brandfall (Aushang/Alarmplan)

Ein Aushang soll die wichtigsten Verhaltensregeln im Brandfall kurz, aber verständlich zusammenfassen. Der Alarmplan sollte an gut sichtbarenStellen ausgehängt werden. Sinnvoll ist es, ihn neben Telefon und Feuerlöscher zu positionieren.

TIPPS FÜR DIE GESTALTUNG EINES AUSHANGS NACH DIN 14096

TIPPS FÜR DIE GESTALTUNG EINES  AUSHANGS NACH DIN 14096

Schlagwörter wie:

• Ruhe bewahren
• Brand melden
• in Sicherheit bringen
Löschversuch unternehmen

„5 W-Fragen“:

• Wo brennt es? 
• Was brennt?
• Wie viel brennt?
• Welche Gefahren?
• Warten auf Rückfragen!

Teil B – für Personen ohne besondere Brandschutzaufgaben

Hier handelt es sich um eine Unterweisung, die den betroffenen Mitarbeitern oder Bewohnern in Form eines Merkblattes oder einer Broschüre ausgehändigt wird. Vorwiegend sollte das Merkblatt Hinweise und Verhaltensregel zur Brandverhütung, zur Verhinderung der Rauchausbreitung, zur Freihaltung der Flucht- und Rettungswege und zum Verhalten im Brandfall beinhalten.

Teil C – für Personen mit besonderen Brandschutzaufgaben

Dieser Teil bezieht sich auf Mitarbeiter mit Vorgesetztenfunktion oder aber auf Brandschutzbeauftragte sowie Brandschutzhelfer, Sicherheitsbeauftragte und Hausmeister. Erläutert werden unter anderen, was Vorgesetzte für ihren Verantwortungsbereich organisieren und sicherstellen müssen oder welche Anlagen und Maschinen z. B. vom Hausmeister heruntergefahren werden.

DIE WICHTIGSTEN VORSCHRIFTEN

DIE WICHTIGSTEN VORSCHRIFTEN

Arbeitsstättenverordnung mit dem Regelwerk ASR

Diese Verordnung dient vorrangig der Sicherheit und dem Schutz der Gesundheit aller Beschäftigten beim Einrichten sowie beim Betreiben von Arbeitsstätten. 

Arbeitssicherheitsgesetz

Betriebsärzte und Fachkräfte für die Arbeitssicherheit müssen vom Arbeitgeber bestellt werden. Sie haben eine unterstützende Funktion in Sachen Arbeitsschutz und Unfallverhütung. Ziel ist es, dass Vorschriften, die dem Arbeitsschutz und der Unfallverhütung dienen, denindividuellen Betriebsverhältnissen entsprechend angewandt werden. Zudem sollen sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Kenntnisse zur Verbesserung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung beitragen. Die Maßnahmen, die durch Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit getroffen werden, sollen einen möglichst hohen Wirkungsgrad erreichen.

Arbeitsschutzgesetz

Ziel dieses Gesetzes ist es, den Beschäftigten bei der Arbeit Sicherheit und Gesundheitsschutz zu gewähren und bestenfalls zu verbessern. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen. Oberstes Gut sind Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten. Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, die Maßnahmen zu überprüfen und diese gegebenenfalls anzupassen, um eine Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit erzielen zu können. 

Betriebssicherheitsverordnung

Diese Verordnung regelt die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln. Eine Sicherheit soll gewährleistet werden durch

• eine geeignete Auswahl von Arbeitsmitteln und deren sichere Verwendung,

• eine geeignete Gestaltung des Arbeits- und Fertigungsverfahrens für den vorgesehenen Verwendungszweck,

• eine Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten.

BRANDSCHUTZBEAUFTRAGTER

Es ist von Vorteil, wenn in Gewerbe- und Industriebetrieben eine Fachkraft für Brandschutz vorhanden ist, denn diese hilft bei der Sicherstellung der betrieblichen Brandsicherheit. Gesetzlich verpflichtet ist ein Betrieb jedoch hierzu nur im Rahmen der buordnungsrechtlichen Bestimmungen in Sonderbauten. In allen anderen Betrieben und Gebäuden ist die Ernennung eines Brandschutzbeauftragten freiwillig. Vom Arbeitgeber ist aber zu beachten, dass er nach der technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR) „Maßnahme gegen Brände“ einen Brandschutzbeauftragten ernennen soll, wenn eine erhöhte Brandgefährdung ermittelt wurde. Folgende Kriterien deuten auf eine erhöhte

Brandgefährdung hin:

• Entzündbare bzw. oxidierende Stoffe oder Gemische;

• für eine Brandentstehung günstige örtliche und betriebliche Verhältnisse;

• Umstände, die eine schnelle Brandausbreitung oder eine große Rauchfreisetzung in der Anfangsphase eines Brandes wahrscheinlich machen;

• Arbeiten oder Verfahren, die mit einer Brandgefährdung einhergehen

(Schweißen, Brennschneiden, Flammarbeiten);

• erhöhte Gefährdungen durch selbsterhitzungsfähige Stoffe oder

Gemische, Stoffe der Brandklassen D (Brände von Metallen) und F (Brände von Speiseölen und -fetten), brennbaren Staub, extrem oder leicht entzündbare Flüssigkeiten oder entzündbare Gase.

Zu empfehlen ist eine Fachkraft für Brandschutz jedoch immer, denn diese kümmert sich vorwiegend um die frühzeitige Erkennung von Gefahren. Diese werden von ihr rechtzeitig beseitigt sowie geeignete Schutzmaßnahmen durchgeführt.

Aber Vorsicht: Selbst, wenn Sie als Unternehmer einen Brandschutzbeauftragten

ernennen, liegt die Verantwortung der Brandsicherheit immer noch beim Unternehmen. Deshalb müssen zusätzliche Pflichten erfüllt werden. Von besonderer Wichtigkeit sind die regelmäßigen Brandschutzbegehungen. Dabei sollen Brandbekämpfungs- und Alarmierungseinrichtungen sowie Flucht- und Rettungswege überprüft werden. Treten Mängel auf, müssen diese natürlich sofort behoben werden.