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Allianz streicht die Garantien in 2021

Ab nächstem Jahr gibt es bei der Allianz keine 100-prozentige Beitragsgarantie bei Rentenversicherungen mehr. Welche Folgen hat das für den Markt? Wie sollten Sie damit umgehen?

Da ließ Deutschlands größter Lebensversicherer schon eine gehörige Bombe platzen. Wieviel Bedeutung der teilweisen Abkehr von der Beitragsgarantie beigemessen wird, sieht man an der Berichterstattung branchenfremden Medien: FAZ, Süddeutsche, ja sogar Chip berichtete darüber. Dafür, dass Fachthemen die „normale Welt“ außerhalb unserer Branche doch eher selten erreichen, ist das beachtlich. Leider bietet die Thematik großes Potenzial, von Laien fehlinterpretiert zu werden, und natürlich war auch der Bund der Versicherten sofort zur Stelle, um zu unken. Die Rentenversicherung verkäme nun zum Risikoinvestment, gefolgt von der jahrzehntealten Predigt vom Niedergang der Lebens- und Rentenversicherungen. Kunden verunsichern und ängstigen? Check

Rente

Was 2021 bei der Allianz wirklich passiert

Tatsächlich wird sich die Allianz im kommenden Jahr von der 100-prozentigen Beitragsgarantie verabschieden – zumindest in vertriebswichtigen Tarifen. In einer Pressemeldung vom 6. Oktober erkärte der Versicherer, dass sich Kunden in den Tarifen KomfortDynamik, InvestFlex, IndexSelect künftig zwischen Beitragsgarantien von 60, 80 oder 90 Prozent entscheiden könnten. Bei Riester sowie der bAV in der Beitragszusage mit Mindestleistung bleibt es natürlich bei den vorgeschriebenen 100 %. Bereits jetzt muss man leider feststellen, dass die Berichterstattung in den „allgemeinen Medien“ zu oberflächlich und im Grunde falsch ist.

Warum macht die Allianz das mit der Beitragsgarantie überhaupt? Die Branchenweisheit „Garantie frisst Ertrag“ darf hier wieder bemüht werden, denn genau darum geht es letztlich. Eine Garantie ist ein ziemlicher Mühlstein um den Hals eines Versicherers.

Werfen wir einen Blick des Renditedreiecks eines mtl. DAX-Sparplans. Rentenversicherungen laufen in der Regel recht lange. Wie Sie sehen werden, gibt es im Dreieck bereits ab einer Spardauer von 15 Jahren keine einzige Sparphase, die eine negative Entwicklung gehabt hätte. Je länger man spart, desto sicherer ist das so. Man bräuchte die Garantie also eigentlich nicht, oder?

Nun ist die Garantie aber keine Bürgschaft, die man bei Bedarf ziehen kann, wenn es denn doch mal nicht geklappt hat. Nein, es müssen Rückstellungen gebildet und Geld entsprechend sicher geparkt werden. Im aktuellen und wohl dauerhaft anhaltenden „Niedrigzinsumfeld“ muss da ziemlich viel Geld geparkt werden. Mit entsprechend weniger kann für den Kunden investiert werden.

Eigentlich nur Gewinner

Von der Neuerung profieren somit beide Seiten. Der Kunde bekommt so die Chance, am Ende seiner Vertragslaufzeit mehr Geld zu bekommen. Das ist etwas Gutes. Für die Allianz ist es mit weniger Garantien vorteilhaft, da weniger Eigenkapital für Solvency II vorgehalten werden muss. Win-win.

Signalwirkung

Wenn der größte Lebensversicherer des Landes so einen Schritt wagt, dann setzt das etwas in Gang. Wir sind sicher, dass es eine Signal- bzw. Sogwirkung geben wird und schon bald weitere Versicherer diesem Beispiel folgen werden. Bei der Entwicklung der VEMA-Fondspolice haben wir diesen Trend quasi vorausgeahnt.

Der Fisch und der Wurm

Der Volksmund sagt, dass der Wurm dem Fisch schmecken muss und nicht dem Angler. Und da ist etwas dran. Uns als Brancheninsidern mag das alles klar verständlich sein. Aber ein Kunde tickt eben anders. Wer sich heute für eine Rentenversicherung interessiert, hat als Kind am Weltspartag seine Spardose noch aufs Sparbuch einzahlen lassen. Der denkt noch in festen Zinsen, die es auf Geld gibt (Klassiker: Nach dem Lottoschlager lebe ich von den Zinsen!) und findet Garantien klasse. Die Fondspolice akzeptiert er evtl. als eine Art steuerbegünstigter Fondssparplan mit Sicherheitsfallschirm. Und nun bröckelt das. Wir applaudierten ja eingangs schon allen Untergangspredigern für dieses Meisterstück an Kundenverunsicherung.

Deshalb sind Sie gefragt. Informieren Sie Ihre Kunden darüber, was wirklich bei der Allianz passiert und das die Auswirkungen für die betroffenen Kunden positiv gewertet werden müssen. Machen Sie aber auch klar, dass Sie nachvollziehen können, wenn sich 100 % Beitragsgarantie besser anfühlen – ungeachtet aller Logik. Aber sagen Sie dann auch, dass man sich sputen muss, um das noch sicher beim größten und wohl solidesten Lebensversicherer im Lande zu bekommen. Randinfo: Anträge aus diesem Jahr werden noch mit Beginn bis 1. März 2021 angenommen. Wenn ein Kunde so großen Wert auf Garantien legt, dann muss er seinen Vertrag jetzt machen. Wenn dadurch noch zusätzliches Jahresendgeschäft entsteht, haben wir ja auch hier im Grunde eine weitere Win-win-Situation.

Um Ihnen die Kundeninformation zu erleichtern, haben wir Ihnen ein Sonder-Panorama zum Thema erstellt. Verwenden Sie es im Ganzen, bedienen Sie sich passagenweise daraus – ganz, wie Sie es für richtig halten. Über unser Kampagnentool können Sie Ihre Kunden mit wenigen Klicks per E-Mail informieren.

Schaffen Sie neues Vertrauen in unsere Branche und nutzen Sie mögliches Vertriebspotenzial. Wir wünschen viel Erfolg bei beidem!